Wie alles begann: Vom Pull- zum Push-Medium für mehr Frauen in der IT

Wer an die eigene Studienzeit zurückdenkt, erinnert sich meist an Vorlesungen, Prüfungsstress und die ersten beruflichen Weichenstellungen. Bei mir kam während meines Informatikstudiums am Hasso-Plattner-Institut noch ein ganz zentrales Thema hinzu, das mich über fünf Jahre intensiv begleitete: Wie schaffen wir es, mehr Frauen für die IT zu begeistern und sichtbar zu machen?
Als Gleichstellungsbeauftragte an der Uni durfte ich zahlreiche Initiativen anstoßen, Events organisieren und Netzwerke knüpfen. Dabei habe ich gelernt: Es gibt sie bereits! Es gibt herausragende Initiativen, die fantastische Frauen in der Tech-Branche ins Scheinwerferlicht rücken. Egal ob #SheSpotlight von #SheTransformsIT, die inspirierenden Interviewreihen der ITgirls.de, Plattformen wie speakerinnen.org oder die Datenbank Innovative Frauen. Der Content und die Vorbilder sind da.
Das Problem mit dem „Pull“
Doch beim genauen Hinsehen wurde mir klar, wo die eigentliche Hürde liegt: Alle diese Plattformen sind reine „Pull-Medien“.
Das bedeutet: Du profitierst von diesen Initiativen nur dann, wenn du bereits weißt, dass es sie gibt. Du musst danach suchen. Du musst dich aktiv durch Netzwerke klicken, den richtigen Accounts folgen oder bereits in der Tech-Blase unterwegs sein. Eine Schülerin in der 9. Klasse, die gerade überlegt, was sie nach der Schule machen möchte, erreicht man so nur extrem schwer.
Ich habe mich gefragt: Warum warten wir darauf, dass junge Frauen die Vorbilder finden? Warum bringen wir die Vorbilder nicht einfach direkt zu ihnen?
Die Idee: Ein aktives „Push-Medium“ für jedes Klassenzimmer
Wir brauchten ein Format, das nicht darauf wartet, gefunden zu werden, sondern das aktiv im Alltag von Schülerinnen und Studentinnen präsent ist. Ein wiederkehrender Anker im Jahr wie der Girls' Day, aber nachhaltig über 52 Wochen hinweg.
So entstand die Idee für den IT-Heldinnen-Kalender:
52 Vorbilder zum Greifen nah: Jede Woche stellt eine inspirierende Frau aus der Informatik und Tech-Welt vor: Von der Entwicklerin über die Gründerin bis hin zur Professorin.
Echte Orientierung: Passend zum Kalenderformat binden wir wichtige Fristen für Stipendien, Awards, Hackathons und Förderprogramme direkt in die Wochenübersichten ein.
Kein Suchen, kein Algorithmus-Zufall. Ein physisches, greifbares Medium in Schulen, Universitäten und Klassenzimmern, das jeden Tag leise, aber kraftvoll signalisiert: IT ist genau dein Ding.
Doch von einer Idee im Kopf bis zu einem gedruckten Kalender ist es ein weiter Weg. Wie aus dem Funken ein echtes Projekt wurde, erzähle ich euch im nächsten Beitrag!
